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Wettervorhersage
Letzte Aktualisierung: 30.12.2020, 15.34 Uhr
Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa gestaltet das Wetter in Baden-Württemberg wechselhaft und mäßig kalt. FROST: In der Nacht zum Donnerstag verbreitet leichter Frost (tiefe Lagen unter 200 m weitgehend frostfrei). An Silvester tagsüber vor allem im höheren Bergland weiterhin leichter Frost. SCHNEE/GLÄTTE: Heute Nachmittag oberhalb 600 m zeitweise Schneeglätte, vorübergehend auch 1 bis 3 cm Neuschnee. In der Nacht zum Donnerstag dann verbreitet Gefahr vor Glätte durch überfrierende Nässe, vor allem in höheren Lagen auch durch geringfügigen Schnee. Ab Donnerstagmittag bis Freitagfrüh im Schwarzwald oberhalb rund 600 m um 5, in Staulagen auch bis 10 cm Neuschnee. Zusätzlich ab dem Abend oberhalb von 300 m gebietsweise 1 bis 3 cm Neuschnee. STURM/WIND: In der Nacht zum Donnerstag in höchsten Schwarzwaldlagen Böen bis 65 km/h, am Donnerstag bis in die Nacht hinein auch stürmische Böen bis 75 km/h aus Südwest.
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Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 30. Dezember 2020 15:34:08 Uhr:


Tagsüber im Bergland, nachts verbreitet Frost und Glätte. Silvester vor allem im westlichen Bergland aufkommender Schneefall, dazu in freien Berglagen stürmische Böen.
Heute Nachmittag und Abend wechselnd bis stark bewölkt, lokal Regen-, im Bergland Schneeschauer. Glätte im Bergland. Schwacher bis mäßiger Südwestwind mit zeitweilig frischen, auf Schwarzwaldgipfeln steifen Böen. In der Nacht zum Donnerstag zunächst stark bewölkt und örtlich Schneeschauer mit Glätte. In der zweiten Nachthälfte von Süden abklingende Schauer und häufiger Auflockerungen, dann vereinzelt Nebel. Tiefstwerte +1° bis -7°. Auf exponierten Schwarzwaldgipfeln steife Böen aus Südwest.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 30. Dezember 2020 15:34:08 Uhr:


Am Donnerstag (Silvester) zunächst im Osten gering, im Westen bereits stärker bewölkt. Im weiteren Tagesverlauf auch im Osten zunehmend stark bewölkt, etwa ab Mittag aus Westen in tiefen Lagen zeitweise Regen, im Bergland Schneefall und Glätte. Maxima von -1° im höheren Bergland bis +7° im Breisgau. Schwacher Wind aus südlichen Richtungen, in freien Lagen frische Böen, auf hohen Schwarzwaldgipfeln stürmische Böen. In der Nacht zum Freitag in der Westhälfte und im Norden stark bewölkt. Zeitweise Schneefall mit Schneeglätte, in den tiefen Lagen erst Regen, später Schneeregen. Im Südosten wolkig bis stark bewölkt, kaum Niederschlag, hier Glättegefahr durch überfrierende Nässe. Minimum +1° bis -6°. Anfangs auf hohen Schwarzwaldgipfeln starke bis stürmische Böen aus Südwest.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 30. Dezember 2020 15:34:08 Uhr:


Am Freitag (Neujahr) wolkig bis stark bewölkt. Weitgehend niederschlagsfrei. Höchstwerte von -1° im oberen Schwarzwald bis +5° am Oberrhein. Meist schwacher südlicher Wind, im Bergland gelegentlich frische Böen. In der Nacht zum Samstag wolkig, örtlich Nebel oder Hochnebel, meist niederschlagsfrei. Tiefstwerte zwischen -1° und -6°, mit den tiefsten Werten im Südschwarzwald. Vereinzelt Reifglätte.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 30. Dezember 2020 15:34:08 Uhr:


Am Samstag zunächst wolkig, örtlich Nebel oder Hochnebel und meist niederschlagsfrei. Im Tagesverlauf vor allem im Süden Bewölkungsverdichtung und leichter Schneefall. Maxima von -4° im höheren Bergland bis +2° im Kraichgau. Meist schwacher nördlicher Wind. In der Nacht zum Sonntag stark bewölkt bis bedeckt, zeitweise leichter Schneefall. Minima -2° bis -6°. Glättegefahr.

© Deutscher Wetterdienst

Deutscher Wetterdienst 10-Tage-Vorhersage für Deutschland von Samstag, 02.01.2021° bis Samstag, 09.01.2021 ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach am Mittwoch, 30.12.2020, 13:25 Uhr

Mäßig kalt bis kalt. Wechselhaft mit Regen- und Schneefällen.

Vorhersage für Deutschland bis Mittwoch, 06.01.2021, Am Samstag wechselnde Bewölkung, in Tagesverlauf Wolkenlücken. Im äußersten Norden etwas Regen, im Südwesten am Nachmittag etwas Schneeregen oder Schnee, sonst meist trocken. Höchsttemperatur zwischen -2° in Schwaben und +4° am Niederrhein und an der Nordsee. Schwacher Wind aus unterschiedlichen Richtungen. In der Nacht zum Sonntag stark bewölkt und in der Südosthälfte gebietsweise Schneefall. Abkühlung auf -1° bis -6°, an den Küsten bei auflandigem Wind frostfrei. Am Sonntag stark bewölkt und außer im Nordwesten verbreitet Niederschläge. Im Norden und Nordosten teilweise als Regen, sonst meist Schnee. Höchstwerte zwischen -1° und +3°, an den Küsten noch etwas milder. Schwacher bis mäßiger Wind aus Nord bis Nordost, an der See einzelne steife Böen möglich. In der Nacht zum Montag gebietsweise weitere Schneefälle, im Norden auch Regen. Im Süden nachlassende Niederschläge. 0° bis -6°C, an den Küsten milder. Am Montag wolkenreich mit Regen- und Schneefällen im Norden und der Mitte, im Süden geringere Niederschlagsneigung. Im Bergland durchweg winterlich. Höchsttemperaturen -2° bis +2°, an der See auch bis +3°. Schwacher, im Norden teils mäßiger Nordostwind. An den Küsten starke Böen. In der Nacht zum Dienstag weiter gebietsweise Schnee, im Norden teils auch Regen. Meist leichter, im Bergland und im Süden auch mäßiger Frost unter -5°C. Im Norden teilweise frostfrei. Am Dienstag und Mittwoch überwiegend stark bewölkt bis bedeckt. Dazu vor allem im Norden und der Mitte weitere Niederschläge, vor allem im Norden teilweise Regen, sonst häufig Schnee. Im Süden und Südwesten weniger Niederschlag und Auflockerungen möglich. Höchsttemperaturen um den Gefrierpunkt, an den Küsten am mildesten. Meist schwacher, im Norden teils mäßiger Wind aus Nordost. In den Nächten leichter Frost und verbreitet Glättegefahr.



Trendprognose für Deutschland, von Donnerstag, 07.01.2021° bis Samstag, 09.01.2021, Unbeständig und mäßig kalt mit weiteren Schneefällen. Zum Teil auch in tiefen Lagen winterlich.

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Bernd Zeuschner
© Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach
Verfasser(in): Dipl.-Met. Bernd Zeuschner 



"Nebel des Grauens" in der Silvesternacht 2019/2020

Kaum waren die ersten Feuerwerke gezündet, sorgte in der
Neujahrsnacht 2019/2020 stellenweise extrem dichter Nebel für Chaos.
Ursache war der sogenannte "Böllernebel".

Erinnern Sie sich noch an die letzte Silvesternacht? War es bei Ihnen
in den ersten Stunden des neuen Jahres 2020 auch sehr neblig? In der
Vorhersage- und Beratungszentrale ahnten wir schon im Voraus, dass
nach Mitternacht gebietsweise die Raketen schnell im Nebel
verschwinden - und es kam wie erwartet.

Kaum waren die ersten Silvesterraketen abgefeuert, entstand
vielerorts in Deutschland ein gruseliges Nebelmeer. Man konnte
sprichwörtlich die eigene Hand nicht mehr vor Augen sehen. Es dauerte
auch nicht lange, bis uns die ersten Anrufe von Feuerwehr und
Rettungsleitzentralen erreichten. Sie berichteten von extrem dichtem
Nebel mit Sichtweiten von nur 5 bis 10 Metern, der Autofahren nahezu
unmöglich machte. Bis in die Morgenstunden erfragten noch mehrere
Einsatzleiter, wie lange der extreme Nebel noch andauere. Sie klangen
teilweise geradezu verzweifelt und berichteten von apokalyptischen
Szenen. Über mehrere Stunden waren Rettungs- und Feuerwehreinsätze
nicht mehr möglich oder die Einsatzkräfte liefen zu Fuß vor den
Einsatzfahrzeugen her, um den Fahrern den Weg zu weisen. Man konnte
nur hoffen, dass zu diesem Zeitpunkt niemand schnelle Hilfe
benötigte.

Besonders dicht war der Nebel im Bereich von Siedlungen in einem
breiten Streifen, ausgehend vom Emsland und dem Osnabrücker Land über
das Ruhrgebiet und Nordhessen bis nach Franken. Auch aus dem
Verwandtenkreis des Autors kam die Nachricht, dass südlich vom
oberfränkischen Bamberg Nebel mit Sichten von nur etwa 5 Meter
herrschte und dass man nicht einmal mehr von der einen Straßenseite
die Häuser auf der anderen Straßenseite erkennen konnte! Selbst um 5
Uhr morgens waren noch über 20 Verkehrsmeldungen mit Sichtweiten
unter 10 Metern auf Autobahnen in NRW aktiv, auch in Hessen und
Franken gab es ähnliche Meldungen, wie z.B. auf dem
Frankenschnellweg, der A73 bei Erlangen.

Mitverantwortlich für den dichten Nebel waren die bunten Feuerwerke,
weshalb Meteorologen auch von "Feuerwerksnebel" oder "Böllernebel"
sprechen. Um dieses gefährliche Phänomen zu verstehen, schauen wir
uns zunächst an, wie "gewöhnlicher" Nebel entsteht. Besonders in
klaren Nächten kühlt die Luft durch (thermische) Ausstrahlung vom
Boden ausgehend immer weiter ab. Da kalte Luft weniger Feuchtigkeit
in Form von (unsichtbarem) Wasserdampf speichern kann, ist sie je
nach Feuchtigkeitsgehalt ab einer bestimmten Temperatur gesättigt.
Die Luft besitzt dann eine relative Feuchtigkeit von 100%. Bei
weiterer Abkühlung kondensiert das überschüssige Wasser zu kleinen
Wassertröpfchen und es bildet sich Nebel. Nebel ist also eine Wolke,
die am Boden aufliegt.

Damit Wasserdampf effektiv zu flüssigem Wasser kondensieren kann,
dienen sogenannte Kondensationskerne als Andockstation, um die sich
schließlich die Wassertröpfchen bilden (linke Abbildung).
Kondensationskerne sind winzige schwebende Luftpartikel (z.B. Staub-,
Salz- oder Rußpartikel), sogenannte Aerosole, die seit einigen
Monaten auch der Allgemeinheit ein Begriff sind. Werden nun
Feuerwerkskörper gezündet, gelangen zusätzlich zu den natürlichen
Aerosolen Unmengen an Rußpartikeln (Feinstaub) in die Luft - beste
Voraussetzungen also für die Bildung von Nebel. Anstelle von
vergleichsweise "wenigen" größeren Nebeltropfen bei einer
gewöhnlichen Anzahl von Kondensationskernen können sich mit dem
zusätzlichen Feinstaub unzählbar viele kleinste Nebeltröpfchen
bilden, die zu einem deutlich dichteren Nebel als unter
"Normalbedingungen" führen.

In der beschriebenen Silvesternacht führte ein Zusammenspiel mehrerer
Wetterfaktoren zu den extremen Ausmaßen des Böllernebels. An
Silvester überquerte tagsüber eine Kaltfront Deutschland von Nord
nach Süd und reicherte die Luft mit Feuchtigkeit an. Dahinter bildete
sich über Süd- und Westdeutschland rasch ein Hoch. Folglich lösten
sich die Wolken auf, der Himmel klarte auf und die Luft kühlte
schnell aus. So stieg die relative Luftfeuchtigkeit auf 95% oder
mehr. Im Ems-, Münster- und Osnabrücker Land bildete sich bereits vor
Mitternacht Nebel, im Rest des oben genannten Streifens fehlte nicht
mehr viel zur Sättigung (und Nebelbildung). Zudem herrschte nahezu
Windstille, sodass der Feinstaub nicht weggeweht wurde. Gleich zwei
Inversionen dienten als Deckel, unter denen sich der gesamte
"Feuerwerksdreck" ansammelte (rechte Abbildung). Im
Radiosondenaufstieg von Bergen (Niedersachsen) erkennt man zum einen
die Absinkinversion des Hochs in etwa 800 m Höhe sowie eine am Boden
aufliegende Inversion, entstanden durch Strahlungsabkühlung. Der vom
Feuerwerk verursachte Feinstaub konnte also nicht entweichen.
Feinstaubmessungen registrierten nach Mitternacht einen plötzlichen
Anstieg der Konzentrationen auf ein Vielfaches der Werte vom
Nachmittag. Die beschriebenen Wetterbedingungen erklären also die
extrem hohe Anzahldichte an Kondensationskernen und somit die Bildung
des unglaublich dichten Böllernebels.

In diesem Jahr ist Böllernebel natürlich kein Thema, nicht nur, weil
wegen der aktuellen Corona-Auflagen die Böllerei weitgehend
ausbleiben dürfte. Auch die Wetterbedingungen sind anders als in der
letzten Silvesternacht. Ein kleines Tief bringt uns nasskaltes
Wetter, zeitweise fällt Schneeregen oder Schnee. Nur in den
Niederungen im Südosten Bayerns könnte es stellenweise neblig werden,
am Silvesterfeuerwerk sollte das aber nicht liegen.

Einen guten Start ins neue und hoffentlich weniger turbulente Jahr
2021 wünscht


Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.12.2020

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